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Pondicherry: Little France in huge India

Gestern habe ich einen Ausflug nach Pondicherry gemacht. Leider hatte niemand von den anderen Zeit, so musste ich alleine fahren. Es war zwar etwas öde alleine, aber ich habe mich schnell zu Recht gefunden und dann doch einen schönen Tag gehabt.

Pondicherry ist eine Stadt ca. 160 km südlich von Chennai. Die Stadt hat rund 230.000 Einwohner und liegt direkt an der Küste des Golfs von Bengalen. Die Stadt wurde von 1637 bis 1954 unter der französischen Regierung verwaltet und war die Hauptstadt Französisch-Indiens. Der Einfluss der Europäer ist noch heute zu spüren: die Straßennamen sind nicht nur in Tamil sondern auch in französisch ausgeschildert, sehr viele Gebäude sind in europäischen Stiel errichtet und es gibt eine Menge Touristen, vor allem aus Frankreich. Es sind auch viele christliche Kirchen und Schulen in der Stadt und im Pondicherry Museum sind europäische Möbel, Skulpturen, Münzen und all die anderen Gegenstände zu bewundern, die von den Kolonialherren her verschifft wurden.

 

 

Die Anfahrt dauerte fast vier Stunden. Als ich ankam ging ich erst mal zum Tourist-Informationscenter um mir eine Karte zu besorgen. Nach einem stärkendem Mittagessen machte ich mich auf dem Weg die Stadt zu erkunden. Zu aller erst musste ich den Strand bewundern. Es wehte eine erfrischende Briese vom Meer und es tat gut, denn es war mal wieder ziemlich heiß, die Temperaturen lagen über 30°C. Apropos Temperaturen, ich erfuhr dann am Abend, dass in München der erste Schnee gefallen ist. Es wird hoffentlich kein allzu großer Schock ins 30°C kühlere Europa heimzukehren!

 


Am Strand steht eine riesige Gandhi Statue, wo ursprünglich mal ein Denkmal für den französischen Gouverneur Joseph François Dupleix stand, doch nach der Unabhängigkeit in 1948 durch die Gandhi Statue ersetzt. Der Gouverneur bewacht heute das südliche Ende des Strandes. Während meines Spaziergangs durch die Stadt entdeckte ich das Pondicherry Museum, viele Hindu Tempel, den Gemüse-Obst-Fisch- und Warenmarkt sowie einen in europäischem Stiel errichteten Park mit Hindugötterstatuen. Aber auch einige Moscheen, traditionelle tamilische Häuser sowie einige gute Geschäfte, wo ich es mal wieder nicht lassen konnte etwas zu kaufen.


Am späteren Nachmittag mietete ich mir dann ein Fahrrad, mit dem ich dann in der Stadt rumgefahren bin und einfach den Wind, der mir um die Ohren wehte genoss.

15.10.09 10:35, kommentieren

Mumbai

Am 6.10 war es endlich soweit, die Fahrt nach Mumbai stand an. Es war ein sehr aufregender Tag, da es unsicher war, ob unser Zug überhaupt starten kann, da während der letzten Tage in einigen Bundesstaaten durch den Monsun Teile der Bahnstrecke unter Wasser standen oder weggespült wurden. Der Zug sollte um 10:45 Uhr starten und als wir dann endlich um 9:00 am Bahnhof ankamen erfuhren wir, dass der Zug fahren wird, aber erst um 16:00 Uhr nachmittags. Die Zeit verging sehr langsam bis es endlich losging; wir trieben uns am Bahnhof rum, waren essen und haben Lebensmittel für die Fahrt besorgt. Und dann war es endlich soweit! Punkt 16:00 Uhr rollte der Chennai-Mumbai-Express endlich los und eine Reise quer durch den indischen Subkontinent mit ungewisser Reisedauer konnte beginnen. Bhavna, Jai, Ishani, Prathyush und ich hatten eine Kabine in der ersten Klasse mit Klimaanlage und bequemen Betten und erstaunlicher Weise war es gar nicht so schmutzig, wie ich das befürchtet habe. Während unserer Fahrt habe ich wieder 1000 neue Eindrücke über Indien sammeln können. Wir sind durch Bananenplantagen gefahren, durchquerten gleich vier indische Bundesstaten: Tamil Nadu, Andhra Pradesh, Karnataka und Maharashtra, riesige Reisfelder, Dörfer, Papageienschare, Bauernhöfe, fuhren über den Krishna Fluss. An einigen Bahnhöfen saßen Affen, die nach Futter Ausschau hielten und Kamele, die riesige Säcke gefüllt mir Reis und anderen Gütern transportierten. Die Landschaft war auch atemberaubend, wir fuhren durch Gebirge, tropische Wäldern, Sümpfe, kahle Felder, Täler und auch den Dschungel. 


Leider hatte unser Zug, dann nochmal 11 Stunden Verspätung und am 8.10 um 2:30 Uhr in der Nacht kamen wir dann endlich erschöpft und nach 35 (!) Stunden Zugfahrt in Mumbai an. Bhavna fuhr zu ihrer Tante und auch Ishani ging zu ihrer Großmutter. Jai, Prat und ich haben uns auf dem Weg gemacht um ein Motel/Lodge zu finden, wo wir zumindest den Rest der Nacht verbringen konnten. Leider habe ich als Tourist in keinem Motel einchecken können, solange ich mich nicht an einer Polizeistation erst registriert habe. Unglücklicherweise habe ich mein Pass zuhause gelassen, da ich kein Risiko eingehen wollte es zu verlieren. Mir blieb dann leider nichts anderes übrig als auch zu Ishanis Großeltern zu gehen. Um 4 Uhr morgen kam ich dann endlich zum Schlaf. Na gut viel habe ich zwar nicht geschlafen, aber wer will schon schlafen wenn man schon im Mumbai ist?!

Nach einem wirklich guten indischen Frühstück machte ich mich mit Ishani auf dem Weg die anderen am Bahnhof zu treffen. Wir haben in Thane gewohnt, das ist etwa 30 min. vom Stadtzentrum entfernt.

Mumbai ist mit über 20 Millionen Einwohnern die fünft größte Stadt der Welt und gleichzeitig die größte Stadt Indiens. Die Stadt ist das wirtschaftliche Zentrum des Landes und wird auch als Hollywood Asiens genannt. Mumbai ist auch besser bekannt als New York von Indien mit atemberaubender Skyline. Für mich war Mumbai eine Stadt der krassen Gegensätze, auf der einen Seite hat man die riesigen luxuriösen Hotels, Geschäfte wie Gucci, Versace oder Louis Vuitton und auf der anderen Seite hunderte von Slums um die Metropolregion sowie Kinder die halbnackt mitten im Verkehr rumlaufen und bei den Autofahrern betteln und auf den Straßen schlafen.



Unsere Reise begann am Mumbai Central Station (hier wurde übrigens die Schlussszene von Slumdog Millionär gedreht, wo sie am Ende am Bahnhof tanzen), von wo wir mit dem Bus nach Colaba gefahren sind. Colaba ist vor allem für die vielen Stände mit Schmuck, Schuhen, indischen Klamotten… bekannt und bei Touristen sehr beliebt. Das einzige was man nicht vergessen darf ist zu Handeln. Das hatte ich schnell raus und handelte wie ein Weltmeister! Nach einigen Stunden und mit einigen 1000 Rupie weniger in der Tasche ging es dann auf zum Gateway of India (Das Tor zu Indien), das 1911 zur Erinnerung an den Besuch des König Georg V mit seiner Frau erbaut wurde und von hier verließen am 28.02.1948 die letzten britischen Truppen das unabhängig gewordene Indien. Danach fuhren wir noch nach Bandra, wo wir nochmal auf eine Shoppingtour gingen. Am Abend suchten sich Jai und Bhavna eine Unterkunft in einer Lodge und Prat und ich waren quasi gezwungen in ein Hotel zu gehen. Wir checkten in ein drei Sterne Hotel in Thane ein, wo das Doppelzimmer mit Frühstück 25 Euro pro Person gekostet hat! Und nach sieben Wochen kalt duschen, konnte ich mal wieder eine heiße Dusche nehmen. Ich hatte schon total vergessen gehabt wie schön das ist. 


Am nächsten morgen ging es dann auf die Konferenz bezüglich des Themas Fundraising für NGO’s (Geldbeschaffung für Nichtregierungsorganisationen). Natürlich haben Prat und ich erstmal verschlafen und dann stand auch noch die chaotische und Anfahrt nach Andheri an. Mit der S-Bahn zu fahren ist die reinste Quälerei. Man hat kaum Luft zum atmen, es ist heiß, stickig und es riecht auch noch übel. Abenteuerlicher ist aber das Ein- und Aussteigen. Man muss sich eigentlich gar nicht fortbewegen, man wird einfach von der Masse mitgerissen, wie die wilden Tiere stürmen die Menschen rein und raus und es scheint denen auch noch Spaß zu machen! Nach Türen sucht man übrigens vergeblich…

Die zweitägige Konferenz war sehr interessant, wir haben unter anderem viel über Marketing, Filmedrehen und Broschürengestaltung gelernt und nebenbei auch noch viel über die Arbeit anderer NGO’s erfahren. Es waren ungefähr 40 Teilnehmer aus England, Österreich und aus allen Teilen Indiens anwesend. Nach der Veranstaltung sind wir nach Colaba gefahren, da ich meine Kaufsucht nochmal in vollen Zügen ausleben konnte. Den Abend verbrachten wir dann mit Pizzaessen am Marine Drive, das als „Queen's Necklace – Halsband der Königin“ bezeichnet wird. Es war eine unglaubliche Aussicht auf die Skyline von Mumbai.


Die Heimfahrt erwies sich dann nochmal als ziemlich abenteuerlich. Zum Glück war die S-Bahn total leer, aber dafür hatten wir einen nicht besonders guten Rikschafahrer erwischt. Es waren eigentlich zwei junge Männer, ungefähr 23 Jahre alt, sehr stylisch gekleidet und total durch den Wind. Ich dachte echt ich sterbe. Wir sind ca. mit 120 km/h durch Schlaglöcher gefahren, die so tief sind wie der Starnberger See und sich anstatt auf die Straße zu konzentrieren haben die Mädls nachgepfiffen und wir haben fast eine Frau überfahren, ungefähr 5 cm haben gefehlt. Gott sei Dank wurden dann meine Gebete erhört und auf einmal kam dichter Verkehr auf und wir waren gerettet.

Der Samstag (dritter Tag) war dann auch schon leider unser letzter Tag in „amazing Mumbai“. Tagsüber waren wir auf der Konferenz und danach kamen dann erst die Komplikationen. Prat ist zu Ishani gefahren um sie abzuholen und ich bin mit Jai und Bhavna nach Dadar gefahren wo unser Zug zurück nach Chennai starten sollte um unser Gepäck einzusperren. Danach sollten wir nochmal zurück nach Marine Drive, da ich den Sonnenuntergang erleben wollte. Doch dann ist Jai auf einmal verschwunden, wir fanden ihn zwar wieder, aber Bhavna war total sauer und dann gab es Streit. Ich selbst hatte dann die Schnauze voll, da beide sich weigerten mich zu begleiten, so sprang ich einfach auf die nächste S-Bahn auf und fuhr zurück zum Churchgate, von wo ich an das nördliche Ende des Marine Drives gelang. Die anderen können echt traurig sein, dass sie den Sonnenuntergang verpasst haben. Es war unglaublich schön! Ich spazierte die ganze Straße herunter, bis ich am südlichem Ende ankam. Leider drängte mich die Zeit, da unser Zug um 20:30 Mumbai verlassen sollte und so nahm ich ein Taxi, das mich zum Mumbai Central zurückbrachte. Die Fahrt dauerte ungefähr 20 min. und ich zahlte ganze 80 Cent für die Fahrt. 


In Dadar wieder angekommen traf ich dann die anderen. Unglücklicherweise hat es sich dann herausgestellt, dass unser Zug ganze acht Stunden Verspätung haben wird und wir erst um 4:00 Uhr in der Früh Mumbai verlassen können. Wir haben nicht lange überlegt und sind zurück zum Marine Drive gefahren uns eine Pizza geholt und die ganze Nacht dort verbracht und nochmal die wahnsinnige Aussicht genossen. 24 Stunden ohne Schlaf, müde und erschöpft traten wir dann unsere Reise nach Chennai an. Leider haben wir keine Fahrkarten mehr für die erste Klasse bekommen und waren daher gezwungen zweite zu fahren. Viel möchte ich dazu nicht sagen, zwar sind keine Hühner rumgelaufen, aber dafür war es einfach nur unglaublich dreckig und eklig und wir saßen alle verstreut im Wagon und ich wollte nur, dass dieser Albtraum endlich vorbei ist. Wie schon erwartet kamen wir natürlich wieder mit Verspätung am 12.10 um 9 Uhr in Chennai an, nach „nur“ 25 Stunden Fahrt. 

Alles in allen war es aber eine super aufregende, tolle, atemberaubende, unglaublich geile Zeit in Mumbai und ich bin mir sicher, dass ich nicht zum ersten und letztem mal in dieser Stadt war.

13.10.09 19:52, kommentieren

Ganesha schlug mir auf dem Kopf!

Gestern war hier Nationalfeiertag. Gandhis 140. Geburtstag. Meine Gasteltern sind mit Verwandten und Freunden zu irgendwelchen Tempeln die ca. 600km von hier entfernt sind gefahren. Sie sind mit einem Minibus gefahren und es war lustig, denn sie waren zu elft und es gab nur zehn Plätze im Bus. Was machen dann die Inder? Sie nehmen einen Gartenstuhl, stellen es hinten in den Bus: Problem gelöst, frei nach dem Motto: „Safety first!“.

Damit ich nicht alleine daheim sitze, habe ich mit Mani ausgemacht, dass ich zu ihm nach Kanchipuram fahre (ca. 75 km südwestlich von Chennai) und er mit die Stadt mit den meisten Tempeln von Indien zeigt. Es war wirklich unglaublich, ungefähr alle fünf Meter stand ein kleiner Tempel am Straßenrand. Kanchipuram eine der ältesten Städte Südindiens, zählt zu den sieben heiligen Orten des Hinduismus. Vor allem war ich aber von den großen Tempeln beeindruckt. Riesige bauten, hunderte von Jahren alt mit faszinierenden Fassaden und noch schöneren Skulpturen. Wir waren in acht Tempeln, die alle total verschieden sind, jeweils abhängig für welchen Gott sie erbaut wurden. Die meisten Tempel sind Balaji, auch besser bekannt als Vishnu Tempel. Er ist der Gott für die Erhaltung und Schutz der Schöpfung. Grad fällt mir ein, dass meine Gastfamilie Vishnu am meisten verehrt und davon hängen auch die Essgewohnheiten hier im Haus ab. Sie essen ja kein Fleisch und keine Eier, aber andere Familien, wie z.B. Pradeeps oder Manis Familie, die einen anderen Gott als Hauptgott verehren essen Fleisch. Krishna ist übrigens eines der Avatare von Vishnu.

Wir haben auch Tempel von Shiva besucht, deren Hauptmerkmal Nandi ist, die Kuh, die Shivas Fortbewegungsmittel ist. In einem der Shiva Tempel gab es auch drei Elefanten, die eigentlich Ganesha repräsentieren, die Gottheit für Bildung und Erfolg. Unsere Tempel-Tour haben wir am Vormittag gemacht und bevor ich am Abend wieder nach Chennai zurückgefahren bin, sind wir nochmal zurück, denn ich wollte unbedingt nochmal den Elefanten sehen. Er war natürlich die große Attraktion nicht für die Kinder sondern auch für alle anderen und vor allem für mich, da ich noch nie so nah an einem Elefanten drangekommen bin. Ich habe dann eine fünf Rupie Münze genommen und bin zum Elefanten gegangen. Er hat mit seinem Rüssel die Münze mir aus der Hand genommen, es war ein komisches Gefühl, denn seine Haut hat sich total rau und feucht angefühlt. Hat dann die Münze zu seinem Herren geworfen, während ich mich verbeugt habe und dann hat er mir mit seinem Rüssel auf dem Kopf gehauen. Ich fand es total lustig und hatte meinen Spaß bei der Sache.

Ich habe auch Shivas und Parvatis zweiten Sohn nach Ganesha Kartikeya kennen gelernt. Er ist ein Kriegsgott, der die bösen Dämonen aus der Welt treiben soll. Er wird meist mit Pfeil und Bogen auf einem Pfau oder Huhn reitend dargestellt. In seinen Tempeln laufen Hühner rum, daher weiß man immer sofort für welche Gottheit der jeweilige Tempel erbaut wurde.

Ganz tolle Tempel hat aber Lakshmi, die Frau von Vishnu, Göttin des Glücks und der Schönheit, nicht nur Spenderin von Reichtum sondern auch von geistigem Wohlbefinden, von Harmonie, von Fülle und Überfluss. Eines ihrer Tempel ist aus purem Gold erbaut worden, das dazu auch noch sehr üppig verziert ist.

Es war mal wieder ein total lehrreicher Ausflug in die Welt des Hinduismus und in die Kultur Indiens, das ich sehr genossen habe und auch viel Spaß dabei hatte.


 

3.10.09 08:29, kommentieren

Puja

Die Inder scheinen ein feierfröhliches Volk zu sein. Am Sonntag gab es mal wieder einen Grund zum Feiern: Puja. Eine Segnung von allen Fortbewegungsmitteln, Büchern und Heften sowie eine Verehrung der Götter für Reichtum, Bildung und Arbeit. In der ganzen Stadt wurden die Autos und Motorräder mit Blumen und Bananenblättern geschmückt und mit Kokosmilch und Räucherstäbchen gesegnet. Ich habe das Event in Pradeep’s Haus mit verfolg, wurde auch gesegnet und im Anschluss gab es dann wieder feierliches Essen.

1 Kommentar 29.9.09 08:42, kommentieren

Unsere Mensa ist ein fünf Sterne Luxusrestaurant verglichen damit was man hier als Mensa bezeichnet.

Die fünfte Woche ging zu Ende und es war eine nicht ganz so angenehme Woche für mich. Ich war leider die ganze Woche krank. Erst hatte ich Durchfall und dann ab Donnerstag bis Samstagabend auch noch Fieber. Aber jetzt geht es mir wieder gut und bin wieder fit! Und freu mich schon auf nächsten drei Wochen. Morgen in einer Woche geht’s endlich nach Mumbai/Bombay, bin schon total gespannt!

Aber jetzt berichte ich erstmal über die vergangene Woche, denn da habe ich auch einiges erlebt. Am Mittwoch nahm mich Pradeep zu seiner Universität Sri Muthukumaran Institute of Technology mit wo ein Symposium(wissenschaftliche und themengebundene Tagungen mit Vorträgen und Diskussionen) statt fand. Für mich war dies der erste Einblick in eine indische Universität und ich war über einige Sachen ziemlich erstaunt.

Bereits am Eingang kommt nicht jeder vorbei. Alle Studenten der Universität müssen ihre Studentenausweise aufzeigen sonst kommt man an der Security nicht vorbei, die übrigens sogar bewaffnet ist (!!!). Ich habe mal wieder durch meine Hautfarbe profitiert und konnte lediglich durch das Aufzeigen meines Passes eintreten. In Indien ist Bildung leider nicht frei zugänglich wie bei uns in Deutschland, wo jede beliebige Person die Universität passieren kann und sich einfach in die Vorlesungen setzen kann. Es herrscht Anwesenheitspflicht und auch Handys sind verboten. Es kann sogar passieren, dass man für einige Tage von den Vorlesungen ausgeschlossen wird, wenn man mit einem Handy erwischt wird und auch noch eine saftige Strafe von bis zu 20.000 Rs. (ca. 285€ ) bezahlen darf. Es gibt eine Kleiderordnung; Jungs dürfen z.B. keine kurzen Hosen tragen. Und auch was die Geschlechtertrennung angeht, gibt es Regeln. Mädchen sitzen auf der rechten und Jungs auf der linken Seite des Raumes. Am schlimmsten fand ich aber die Mensa. Unsere Mensa ist ein fünf Sterne Luxusrestaurant verglichen damit was man hier als Mensa bezeichnet. Kennt ihr Filme in denen Gefängnisinsassen gezeigt werden, wie sie alle im Speisesaal sitzen und dann irgendeinen Plan aushecken wie sie ausbrechen wollen? Ja genau, so schaut es hier auch aus. Stühle und Tische sind in den Boden verankert und sind aus Stahl. Wieder strikte Geschlechtertrennung und Essensauswahl ist hier ein Fremdwort. Es gibt ein Gericht und fertig. Keine großzügige Auswahl, wie wir das gewohnt sind. Die Vorträge waren ansonsten ganz interessant, auch wenn ich die Hälfte nicht verstanden habe, da mein „Ingenieur-Wissen“ dazu einfach nicht ausreicht. Mich hat es nur etwas gewundert, dass die Studenten über Projekte/Systeme Vorträge gehalten haben, die in unserem alltäglichen Leben schon längst eingeführt sind, wie z.B. die elektronische Anzeige bei Zügen, Parkhausabrechnungssysteme oder Autos mit Hybridantrieb. Aber für Indien sind das alles Technologien, die noch vor dem Durchbruch stehen.

Am Donnerstag war ich dann in Jai’s Saveetha College of Engineering, das wieder total anders zu Pradeep’s Universität ist. Dort fand an drei Tagen hintereinander auch ein Symposium statt, aber unsere Mission war, Geld für die Kinder von iDrive zu sammeln. In der Früh haben wir uns getroffen, Bhavna, Barathwaj, Pradeep und ich und haben uns gleich mit unseren Plastikdosen, beklebt mit Fotos vom letzten Event auf den Weg gemacht und gleich alle möglichen Studenten angesprochen uns bzw. die Kinder zu unterstützen. Wir waren den ganzen Tag auf den Beinen, aber wir haben nur 1460 Rs. zusammenbekommen, das gerademal 20€ sind. Nicht besonders erfolgreich für acht Stunden Arbeit, aber immerhin mehr als nichts! Am Freitag waren Prathyush und Pradeep nochmal dort, ich konnte leider nicht mitgehen, da ich mit Fieber im Bett lag, und sie haben nochmal ungefähr 1500 Rs. gesammelt.

Aber was die Spenden angeht, möchte ich mich erneut bei allen ganz ganz herzlich bedanken, die bereits etwas für die Kinder gespendet haben. Inzwischen haben wir unglaubliche 285€ zusammen!

28.9.09 21:00, kommentieren

Hier hat sich der Alltag eingestellt...

Die vierte Woche ist vorbei und ich habe die letzte Woche keinen Eintrag gemacht, da es nicht wirklich etwas zu berichten gab. Hier hat sich der Alltag eingestellt.

Das Wetter ist etwas erträglicher geworden, die Temperaturen liegen nicht mehr bei 35°C sondern „nur“ noch um die 30°C. Wir haben oft Gewitter und es regnet so viel, dass die Straßen ständig überflutet sind.

Letzte Woche war ich mit meinen Gasteltern bei den Eltern meines Gastvaters. Total nette Leute, haben mich ausgequetscht und wollten alles wissen. Aber nicht nur sie sind so, sondern auch sonst alle anderen. Ach ja und man wird überall nur gestopft. Egal wo wir hingehen (Verwandte und Freunde) ständig muss ich etwas essen und trinken. Tut man das nicht, gehört das zu den schlechten Manieren. Aber das beste ist, dass es dann nicht reicht, wenn man ein Häppchen gegessen hat, sondern erst bringen sie Salzgebäck, dann gibt es was Süßes und am besten bleibt man dann auch noch zum Abendessen. Auch mit Voranmeldung, dass man kommt, hat man es hier nicht so. Man geht einfach zu den Leuten hin und fertig. Das ist übrigens bei uns auch so, hier kommen und gehen ständig irgendwelche Leute ein und aus. Z.B. ein kleiner Junge aus der Nachbarschaft hatte am Freitag Geburtstag und ging mit seiner Mama zu allen Häusern und hat Süßigkeiten verteilt. Natürlich waren sie auch bei uns und ich finde das einen tollen Gebrauch, dass man die Leute einfach miteinbezieht wenn man Geburtstag hat und nicht wartet bis die zu einem selber zum Gratulieren kommen.

Am Samstag und Sonntag waren wir in der Stadt zum Shoppen. Es ist unglaublich wie viele Menschen hier unterwegs sind, ca. 10x mehr wie am Marienplatz in München und an manchen Tagen kommt man schon dort zum Teil kaum voran. Also könnt ich euch vielleicht vorstellen, wie es hier zugeht. Wir haben dann auch unsere Zugfahrkarten für Mumbai/Bombay gekauft. Vom 6.10-10.10 geht’s auf eine internationale Fortbildung bzgl. des Themas NGO’s. Ich bin schon total gespannt und freue mich auch schon drauf. Vorauf ich mich aber irgendwie gar nicht so freue ist die An- und Abreise. Mumbai ist ziemlich weit weg, 1300 km quer durch Indien, die Sache ist nur, dass der Zug für diese Strecke sage und schreibe 23 Stunden braucht. Überlegt mal was ihr alles in 23 Stunden machen könnt?! Und ich muss in einem Zug eine ganze Nacht und einen ganzen Tag verbringen. Die Hinreise wird glaube ich besser, da wir erste Klasse fahren mit Klimaanlage usw. Aber für die Rückfahrt haben wir nur noch zweite Klasse bekommen. Die haben die mir hier schon erzählt, dass ich mich dann nicht wundern soll, wenn dann irgendwelche Hühner auf den Gängen rumlaufen… Na, ich bin auf jeden Fall mal gespannt wie das alles wird.

Beim Shopping habe ich mir dann auch noch Converse Chucks gekauft, schaut total toll aus und hat auch nur 13€ gekostet, bin aber etwas skeptisch ob die auch original sind oder nicht. Man sieht es ihnen zwar nicht an, aber hier und da haben sie einige Fehler, also denke ich sie wohl ein Fake sein werden. Aber egal, Schuhe für 13€, die auch noch gut aussehen bekommt man auch nicht alle Tage. In einem Schaufenster habe ich eine indische Barbie gesehen. Was denkt ihr wie wird die wohl aussehen? Wie unsere Barbies mit langen blonden Haaren, Top und Hot Pants? Von wegen! Natürlich hat eine indische Barbie lange schwarze Haare und trägt eine Sari! Was mich aber etwas gewundert hat, dass ihre Hautfarbe ziemlich hell war, für eine Inderin.

Tja und das war auch schon fast alles, was ich die letzte Woche so erlebt habe. Ansonsten waren wir noch paar mal in Restaurants essen, habe wieder eine Beerdigung mit Leiche gesehen, die nicht im Sarg transportiert wird, sondern offen zur Schau gestellt wird und war auch am Strand des Golf von Bengalen und obwohl das Wasser total warm war konnte ich leider nicht ganz reingehen, da die Wellen viel zu groß waren.

21.9.09 16:12, kommentieren

...als wir am Abend wieder heimkehrten waren rosa Fußabdrücke eines Kindes am Boden...

Die vierte Woche hat in „incredible India“ begonnen und inzwischen geht es mir richtig gut. Ich genieße meine Zeit hier, habe Spaß und erlebe eine Menge.

Am Samstag begann der Tag schon richtig früh, denn ich war mit Pradeep in Chennai’s größtem Gemüse-, Obst- und Blumenmarkt. Das ganze Gelände ist riesig, mindestens vier bis fünf Fußballfelder groß. Es herrschte reges Kommen und Gehen, die Leute waren sehr hektisch und arbeiteten hart. Einige schleppten riesige Säcke voller Kartoffeln oder Zwiebeln auf den Rücken und schrien nicht nur mich, sondern auch alle andere an, wenn wir im Weg standen. Ich habe auch neue Gemüse- und Obstsorten gesehen, die für mich bisher total unbekannt waren. Am besten hat mir der Obstmarkt gefallen mit riesigen Bergen von Ananas, Kokosnüssen und Bananenstauden. Es war super interessant und es duftet überall richtig gut. Aber auch der Blumenmarkt war faszinierend. Kiloweise lagen die unterschiedlichen Blumenblüten bei den einzelnen Ständen in allen Farben der Farbpalette. Es war einfach nur malerisch.

Den Tag haben wir dann in der Stadt verbraucht und als wir am Abend wieder heimkehrten waren rosa Fußabdrücke eines Kindes am Boden von der Tür bis zur Küche. Erst habe ich mich gewundert, was hier denn los sei, doch dann habe ich erfahren, dass der kleine Krishna da war, dessen Geburtstag wir an diesem Tag feierten. Meine Gasteltern, Jaisry und Santanam haben eine kleine Party gegeben, es kamen ungefähr 5-6 Gäste und es gab festliches Essen und natürlich ganz laute Musik. Übrigens ist Krishna (wörtlich „der Schwarze“ ) eine hinduistische Form des Göttlichen und wird meist als der achte Avatar von Vishnu verehrt. Für seine Anhänger ist er die Inkarnation des Höchsten. (vgl. wikipedia) Die europäische Erscheinung der Sekte Hare Krishna ist hier in Kreisen der Menschen, die ich befragte unbekannt und wurde nur nett belächelt.

 

Am Sonntag war es dann endlich soweit. Wir haben ein Event für die Kinder von iDrive organisiert. In einer angemieteten Halle, wofür wir glücklicherweise nichts bezahlen mussten, da dem Vermieter die Idee der Organisation sehr zugesprochen hat, haben wir uns gegen 9 Uhr getroffen und sie für die Veranstaltung hergerichtet. Leider war das Event nicht besonders erfolgreich, da viele der angekündigten Gäste nicht erschienen sind. Nichtsdestotrotz war es eine schöne Veranstaltung und die Kinder hatten eine Menge Spaß und das ist was letztendlich zählt. Wir konnten auch einige Tausend Rupies für iDrive und die Kinder gewinnen. Das Event hat drei Stunden gedauert und während dieser Zeit habe wir mit den Kindern spiele gespielt, zusammen gegessen, es gab auch eine Teamaufgabe, wo die Kinder zusammen mit den Erwachsenen einige Aufgaben meistern mussten. Ich persönlich fand am aller schönsten, als dann die Gäste sich ein oder zwei der Kinder geschnappt haben und sich mit ihnen unterhalten und sie in die Arme genommen haben. Im Hintergrund lief schöne entspannende Musik und die ganze Atmosphäre wurde dadurch sehr locker und es lag ein Gemisch aus Harmonie und Geborgenheit in der Luft. Leider mussten die Kinder das Event etwas eher verlassen, da sie ab heute Prüfungen in der Schule haben. Für uns ging das Event, aber dann weiter; Jai und Adi haben dann noch einige Vorträge gehalten, leider habe ich nichts davon mitbekommen, da sie die meiste Zeit in Tamil zum Publikum gesprochen haben. Zum Schluss wurde ich dann noch präsentiert, als der Praktikant aus Deutschland, der sich den weiten Weg auf sich genommen hat um die Organisation zu unterstützen. Und obwohl die anderen Mitglieder von iDrive ziemlich enttäuscht über das Event waren, vor allem über die geringe Anzahl der Gäste und dem etwas chaotischem Ablauf, fand ich es ganz gut gelungen. Das nächste Event wird voraussichtlich am 4. Oktober stattfinden, wo ich dann die Spenden, die durch Eure Unterstützung zusammenkommen an iDrive überreichen werde!

 

 

14.9.09 10:51, kommentieren

Jeder Gott sitzt in einem kleinen Haus mit einem Vorhang davor.

Die Tage vergehen langsam aber sicher und auch die dritte Woche neigt sich langsam dem Ende zu. Diese Woche habe ich nicht so viel Neues erlebt, es war eher ruhiger, aber nichtsdestotrotz gibt es was zu berichten! Zuallererst möchte ich mich schon mal bei den Leuten für die Spenden bedanken! Wir sind auf einen guten Weg die 100€ Marke zu knacken, aber dafür bräuchten wir noch etwas Unterstützung! Ich möchte Euch nochmal bitten an die Kinder zu denken und an deren Bildung und Zukunft. Verzichtet doch mal auf einen Kinobesuch oder auf ein T-Shirt und tut was Gutes! Ihr könnt Euch zu 100% sicher sein, dass das Geld auch dort ankommt, wo es gebraucht wird! Dafür habt ihr mich und mein Wort!

Ich freunde mich langsam wieder mit dem indischen Essen an. Heute Mittag hat mir meine Gastmutter Dosa mit Kartoffelfüllung gemacht und es hat mir auch ganz gut geschmeckt. Ich glaube, ich muss den richtigen Ausgleich zwischen indischem und europäischem Essen finden, damit ich keine Probleme mehr bekomme.

Was mich aber zurzeit etwas zu schaffen macht, ist das Wetter. Es ist Monsunzeit und ich dachte, dass es jetzt dann anfangen wird zu regnen, aber stattdessen ist es nur noch heißer geworden. Ich fühle mich ständig total ausgepowert und müde und muss mich ständig hinsetzen, weil alles so anstrengend ist. Aber auch die Inder haben unter diesem Wetter zu leider, die Nachbarin Shanti war zu Besucht und erzählte, dass sie heute zu Hause bleiben musste, weil sie sich wegen des Wetters nicht besonders wohl fühlte. Sowieso gibt es hier nur drei Jahreszeiten: heiß, heißer und am heißesten. Ich habe noch Glück, sagen sie alle, denn wir befinden uns grad im Übergang vom heißeren in die heiße Jahreszeit. Die Durchschnittstemperatur liegt bei 35/36°C. Das, was mich am meisten an diesem Wetter nervt ist, dass es in der Nacht nicht abkühlt und es fällt schwer in solcher Hitze zu schlafen.

Gestern hatte ich endlich das Vergnügen gleich in zwei Hindu-Tempeln an Geben teilzunehmen. Meine Gastmutter war total erstaunt, dass ich überhaupt die Tempel besuchen durfte, denn normalerweise bleibt sie Nicht-Hindus verschlossen, aber ich hatte keine Probleme hineinzukommen. Die zwei Tempeln hätten nicht unterschiedlicher sein können. Der eine war nur schwarz und grau und der andere erstrahlte in allen Farben; blau, grün, rot, gelb, orange, lila und und und, er sah total schön aus war aber auch ein Tempel für mehrere Götter. Jeder Gott sitzt in einem kleinen Haus mit einem Vorhang davor. In diesem Tempel sind Ganesha, Vishnu, Shiva, Hanuman (Affengott, soll für Sicherheit sorgen) und noch ein Gott vertreten, dessen Namen ich nicht mehr weiß, aber bei dem man klatschen muss, damit er aufwacht und er die Gebete erhört. Wir haben uns alles Rituale angeschaut bzw. ich habe dann auch mitgemacht. Der Priester ist immer in dieses kleine Häuschen gegangen hat seine Gebete gesprochen und dabei mit der einen Hand die Götter mit Blumenblüten beworfen und mit der anderen Hand einen Behälter mit Feuer um die Götter geschwenkt. Als er dann herauskam haben sich die Leute total zu ihm hin gedrängelt und erst das Feuer „berührt“ und dann die Hände über Gesicht und Kopf gestreift, so als ob sie sich mit diesem Feuer „waschen“ würden. Danach hat der Priester einen Teller vorgehalten wo er um eine Spende gebeten hat, das übrigens nicht nur Geld war, sondern auch Obst oder nur Blumen und dann den Gläubigern einen Behälter mit rotem, weißem oder orangenem Pulver vorgehalten, wo jeder etwas herausgenommen hat und dann damit einen Punkt auf die Stirnmitte gemacht hat. Solch einen Punkt tragen alle Hindus und das soll verhindern, dass andere Menschen mit der Kraft ihres Geistes die Macht über einen übernehmen können. Je größer dieser Punkt übrigens, desto gläubiger ist einer. Der zweite Tempel war nur Ganesha geweiht und dort haben wir ähnliche Rituale durchgeführt. Es war mal wieder eine tolle Erfahrung, ich hatte eine Menge Spaß dabei und einen schönen Einblick in den Hinduismus bekommen.

11.9.09 21:08, kommentieren

Die Kinder von Chennai

Am Montag (31.8) stand endlich der erste Besuch bei den Waisenkindern an, die von iDrive unterstützt werden. Pradeep holte mich zuhause ab und wir fuhren gemeinsam etwa 20 Minuten stadtauswärts.

Ich hatte mir zuvor vorgestellt, dass die Kinder in einem Heim wohnen, wo sie einen Garten zum Spielen haben, zu zweit oder zu dritt ein Zimmer sich teilen und in einem größeren Saal ihre Speisen einnehmen. Doch Fehlanzeige! Am Rand der Hauptstraße stoppten wir auf einmal und Pradeep meinte wir wären da. Ich sah um mich herum und konnte mir einfach nicht vorstellen wo hier die Kinder sein sollten. Auf der Straße raste der Verkehr an uns vorbei, überall Straßenverkäufer, Essenstände, Kühe, Hunde und Berge von Müll. Das Straßenbild, das hier eigentlich überall vorherrscht. Wir gingen in ein Haus. Die Sonne war schon untergegangen als wir ankamen und im engen Treppenhaus herrschte Finsternis. Wir stiegen in das zweite Obergeschoss des Hauses und standen dann vor einer Gittertür, an der wir klingelten. Vor der Tür lag ein Berg von Schuhen; offene und geschlossene Schuhe, kleine und größere Schuhe, rote Mädchenschuhe und verdreckte und verstaubte schwarze Lederschuhe. Eines der Kinder öffnete dann endlich die Tür, nachdem wir inzwischen mindestens dreimal geklingelt hatten. Als ich eintrat, war mir immer noch nicht ganz klar was mich hier erwarten würde.

Die Kinder saßen auf den Boden und sprangen sofort auf und begrüßten uns im Chor als wir in das Zimmer betraten. In einem Eck flackerte eine Neonröhre, die einzige Lichtquelle im Zimmer, wodurch eine ungemütliche Atmosphäre im Raum entstand. An den Wänden splitterte die blaue Farbe ab und außer ein paar Plastikstühlen, einigen verdreckten Bildern und einem Schrank befand sich nichts mehr im Zimmer. Ich bekam ein Plastikstuhl und setzte mich neben Pradeep, der mich vorstellte. Danach kam jedes der 23 Kinder zu uns hervor hat seinen Namen gesagt, welche Klasse es besucht und was sein größter Traum ist. Leider musste ich nach jedem Satz nachfragen, da ich die Namen erst nicht verstanden habe und dann sprachen die Kinder meist sehr leise und schnell, da sie alle sehr schüchtern waren. Nach der Vorstellungsrunde haben wir Informationen für eine Datenbank gesammelt und Bilder von den Kindern gemacht.

Ich habe mich mit dem Leiter des „Waisenhauses“, der die Einrichtung mit seiner Frau führt unterhalten und dabei einiges über die Kinder und ihre Situation erfahren, die ich im Folgenden schildern möchte.

Nicht alle Kinder sind Waisen, es sind auch einige unter ihnen, die nicht von ihren Familien ernährt werden können und daher auf Betreuung angewiesen sind. Das Alter der Kinder habe ich leider nicht erfahren aber ich würde schätzen das jüngste etwa 5 Jahre alt ist und das älteste etwa 13 Jahre alt. Alle Kinder besuchen unterschiedliche Schulen, von der Tamil Baptist Mission bis hinzu der Hindi Grundschule und bekommen eine warme Mahlzeit täglich in der Schule. Ich habe dann gefragt, wo denn die Kinder ihre Schlafplätze haben und zu meinem größten Erstaunen bekam ich die Antwort, dass ich mich schon in dem Raum befinde. Dann habe ich erst erkannt, dass wir uns in einer zwei Zimmerwohnung befinden mit einer ca. 10m² großen Küche und einem ca. 16m² großem Zimmer. In diesem Zimmer halten sich die 23 Kinder auf, nachdem sie aus der Schule kommen, sie sitzen auf den Boden und machen ihre Hausaufgaben oder spielen dort und nachts schlafen sie alle auf einem Haufen auf dem Boden. Sie haben keine Stühle und Tische, wo sie ihre Hausaufgaben machen könnten und sie haben nicht einmal einen Bett zum schlafen. Ich war richtig fassungslos und kann mir immer noch nicht vorstellen wie man unter solchen Umständen leben kann. Aber die Kinder haben ein besseres Leben als wenn sie alleine sich auf den Straßen rumtreiben würden und irgendwo am Straßenrand im Müll mit Ratten leben müssten. 

Am Sonntag den 13. September machen wir eine Veranstaltung mit den Kindern zusammen, zu denen wir auch 30 Gäste eingeladen haben. Solch ein Event wird jeden Monat einmal veranstaltet und soll dazu dienen die Kinder unter Menschen zu bringen, damit sie sich nicht total von der Gesellschaft als Verstoßene fühlen. Für die Kinder ist das eine willkommene Abwechslung, wo sie spielen und sich richtig austoben können. Für iDrive heißt es an solchen Events die Menschen aufklären, wie es um diese Kinder steht und versuchen Spenden zu sammeln.

Als Mitglied von iDrive habe ich nun das gleiche getan. Ich habe euch dargestellt wie diese Kinder leben und möchte mit Eurer Unterstützung hier vor Ort helfen. An den eigentlichen Lebensumständen der Kinder können wir nicht viel ändern. Sie werden weiterhin auf den Boden schlafen müssen und weiterhin in diesem 16m² großen Raum zu 23st wohnen. Aber was wir ändern können ist, diesen Kindern Hoffnung zu geben und zu zeigen, dass jemand da draußen ist, der sich Gedanken um sie macht und ihnen helfen möchte.

Ich möchte eine kleine Spendenaktion starten und das Geld vor meiner Abreise an iDrive und den Kindern in eurem Namen überreichen. Denkt nicht, dass viel von Euch erwartet wird, auch mit einem kleinen Betrag von 5€ oder 10€ spendet ihr nicht nur Hoffnung sondern auch Zukunft.

Die gespendeten Erlöse werden in Stifte, Hefte, Bücher und weitere Utensilien investiert, Sachen die teuer sind, aber notwendig für die Chance auf ein besseres Leben.

Denn nur wer in Bildung investiert, bietet auch Zukunft.

Die Spendenaktion läuft vom 09.09.09 bis 30.09.09

Vielen Dank für Eure Unterstützung!

2 Kommentare 8.9.09 13:47, kommentieren

Freitag war der Tag an dem ich aber aufgab...

Endlich ist die zweite Woche geschafft und trotzdem muss ich noch sechs weitere aushalten. Es gibt Momente wo ich mir denke, das wird schon und ich ziehe das durch, aber es gibt auch einige Momente, wo ich mir nur denke ich pack jetzt meine sieben Sachen, fahre zum Flughafen und ab nach Hause. Aber ich bin mir sicher, dass ich das im Nachhinein nur bereuen würde und spätestens beim Umsteigen in Dubai mich dafür ohrfeigen könnte. Daher heißt ab jetzt mein Motto, das Beste aus der restlichen Zeit machen. Und die sechs Wochen werden dann auch irgendwie vergehen.

Am Freitag war der Tag an dem ich aber aufgab. Zum Mittagessen hat meine Gastmutter ein Gericht gekocht mit Kichererbsen und Zimt und als ich das in den Mund nahm, beschloss ich, dass ich so oft ich nur kann es vermeiden werde indisch zu essen. Ich habe 12 Tage ausgehalten, mehr geht nicht. Ich habe mich bei ihr entschuldigt und gesagt, dass sie auf jeden Fall eine gute Köchin ist, ich habe ja ihr Essen für die Zeit die ich bisher da war wirklich schätzen gewusst, aber nun ist es vorbei. Sie hat es ziemlich locker genommen und vollstes Verständnis dafür gezeigt. Prat’s Freundin hat gemeint, dass sie mich sogar dafür bewundert, dass ich doch so lange durchgehalten habe, denn als sie in Genf war, hatte sie schon nach drei Tagen das europäische Essen satt. Freitag und Samstag habe ich mich dann größtenteils von Obst, wie Bananen, Äpfeln, Ananas und Orangen ernährt und am späten Samstagnachmittag waren wir dann einkaufen. Ich habe mir einige europäische Lebensmittel gekauft, wie Kellogs, Vollkornnudeln, Barilla-Pastasoße, sowie Käse und Brot. Ich hoffe, dass es mir in ein paar Tagen besser geht, denn mein Magen wurde für die letzte Zeit schon etwas überstrapaziert.

Übrigens als wir beim Einkauf waren, hatte ich Prat wegen Thunfisch gefragt, da ich noch gerne die Barillasoße mit etwas davon aufgepeppt hätte. Da hat er mir klipp und klar gesagt, dass ich das gleich vergessen kann, denn nicht nur dass sie kein Fleisch, Fisch oder Eier essen, diese Produkte dürfen nicht einmal die Türschwelle des Hauses passieren. Da war ich für den Augenblick erstmal geschockt, ich mein, okay, ich akzeptiere es, dass sie das alles nicht essen, aber dass sie mir das dann quasi auch untersagen? Jedenfalls alle Empörung hilft da nicht weiter ich habe mich zu Gefügen, immerhin haben sie mich in ihrem Haus aufgenommen.

Zur Entschädigung waren wir dann am Samstagabend in einem italienischen Restaurant und ich hatte meine Nudeln mit Tomaten, Thunfisch und Oliven gehabt.  

Zumindest weiß ich jetzt schon, dass die erste Sache, die ich nicht vermissen werde, das indische Essen sein wird.

1 Kommentar 6.9.09 09:42, kommentieren

100 neue Eidrücke

Tag 11 von 55. Tag 9 und 10 war ich leider nicht in der Lage Einträge zu schreiben, da ich am Dienstagmorgen mit Fieber und Kopfschmerzen erwachte. Es ging mir die beiden Tage gar nicht gut, habe die meiste Zeit durchgeschlafen, aber meine Gastmutter hat sich total super um mich gekümmert! Sie hat sogar einen Arzt zu unserem Haus geholt, der mich dann untersuchte und feststellte, dass ich wohl an „Monsun-Fieber“ leide. Zurzeit ändern sich hier die Jahreszeiten; die Monsunzeit fängt die kommende Tage an und dauert ca. bis Mitte Januar. Die Luftfeuchtigkeit erhöht sich um ein vielfaches und es gibt immer wieder kurze Regenschauer, wobei die Richtige Regenzeit erst Anfang/Mitte Oktober beginnen wird. Jedenfalls geht es mir wieder gut, wobei das Wetter doch noch große Auswirkungen auf meine Leistungsfähigkeit hat, denn ich fühle mich ziemlich erschöpft und alles fällt mir etwas schwer.

 

Während ich krank war, habe ich kaum was gegessen und hatte demnach heute einen ungeheuerlichen Hunger. Das indische Essen ist sehr schmackhaft, aber nachdem ich zehn Tage hintereinander ziemlich ähnliche Gerichte serviert bekommen habe, hatte ich heute im wahrsten Sinne des Wortes die Schnauze voll von diesem Essen. Während ich gegessen habe, ist mir echt schlecht geworden und habe keinen Bisschen mehr runter bekommen. Prathyush kam gegen 16 Uhr nach Hause und nachdem wir uns kurz unterhalten haben, habe ich mit ihm sofort ausgemacht, dass ich heute unbedingt etwas europäisches Essen möchte. Wir sind dann am Abend mit zwei weiteren Freunden zu einem ganz guten Restaurant gefahren, wo ich eine riesige Auswahl und gleichzeitig die Qual der Wahl hatte, zwischen Pasta, Pizza, diversen Fleischgerichten und und und. Und nachdem ich schon seit zehn Tagen kein Fleisch zwischen die Beißerchen bekommen habe, entschied ich mich für ein Putensteak mit French Fries. Es war einfach nur köstlich. Das ganze rundete dann noch ein Stück Schokoladenmouse-Torte ab. Und nun bin ich einfach nur zufrieden und ich glaube, dass ich heute Nacht besonders gut schlafen werde. Aber bevor ich schlafen gehe muss ich noch einiges Erzählen. Was das Essen angeht haben die Inder manchmal echt komische Vorstellungen. Z.B. hat Prathyush Pepsi mit Vanilleeis bestellt. Ich weiß, es hört sich total abturnend an, aber es schmeckt total lecker. In ein Glas Pepsi einschenken, eine Kugel Vanilleeis drauf und noch etwas Schlagsahne. È Voilá, es nennt sich übrigens Micky Maus. Aber wartet mal ab, das ist noch zu toppen. Nun gibt es etwas ähnliches, der einzige Unterschied besteht darin, dass man statt Pepsi Fanta hernimmt. Das habe ich dann zwar trotz Widerwillen auch probiert, aber lieber hätte ich das nicht gemacht. Denn das schmeckt wirklich total eklig. Und in diesem Restaurant haben wir wieder total viel konsumiert und trotzdem „nur“ 1200 Rs. bezahlt. Das sind in etwa 18 €; für vier Personen ziemlich günstig, aber natürlich nicht für indische Verhältnisse. Dafür war es schon ziemlich teuer. Prat hat mir heute erzählt, dass ein Tagelöhner, der am Bau von Straßen beteiligt ist, für zehn Stunden Arbeit etwa 100 Rs. bekommt und das muss man sich echt vorstellen. Denn das sind nämlich 1,42 € für zehn Stunden harte körperlich Arbeit unter der prallen Sonne und bei den tropischen Temperaturen Indiens.

 

Das Highlight des Tages war aber, dass ich heute Morgen auf einer indischen Hochzeit war. Das war noch ein Erlebnis. Meine Gasteltern haben mich heute Morgen um 5:30 Uhr aufgeweckt und mich gefragt ob ich denn Lust hätte auf eine indische Hochzeit zu gehen. Als ich aufwachte, wusste ich erst nicht mal wo ich bin, geschweige denn, dass ich in der Früh gleich solch eine Entscheidung treffen musste. Jedenfalls habe ich nicht lange gezögert und einfach zugesagt. Indische Hochzeiten dauern normalerweise drei Tage. Ich weiß leider nicht, welcher Tag heute von den dreien gefeiert wurde. Allenfalls ist es ganz üblich, dass die Hochzeit um 5 Uhr anfängt und etwa bis 12 Uhr dauert. Ich nehme an, dass das wohl am Wetter liegen wird, denn später ist es einfach viel zu heiß um dann noch eine Hochzeit zu feiern. Wir sind etwa gegen 8 Uhr angekommen und sind ca. 3 Stunden verblieben. So ganz genau habe ich nicht mitbekommen wer jetzt wirklich geheiratet hat, irgendwie die Schwester der Freundin von der Schwägerin, dessen Mann ein guter Freund der Familie ist. Oder war des die Freundin der Schwester der Schwägerin… Keine Ahnung, aber viel tut das jetzt auch nicht zu der Sache. Nun, wir sind dann dort angekommen, die Hochzeit war in einer Halle vollbesetzt mit weißen Plastikstühlen und einer Bühne an der einen Wand. Es waren schätzungsweise 80 Leute anwesend. Die Stühle waren vollbesetzt, vor allem von älteren Damen, die wunderschöne Saris trugen. Als wir ankamen, lief Live-Musik, aber sie war unerträglich laut. Wobei man es auch nicht wirklich als Musik nennen kann, sondern eher ein Gemisch aus Trommeln und diesen typischen „arabischen Trompeten“ mit denen man Kobras in Trance versetzt. Ich glaube so was habt ihr alles schon mal gehört, vielleicht in Disneys Aladin. Dann haben wir uns unter die Menge gemischt und uns Sitzplätze gesucht. Ich war mal wieder der Star, denn alle Blicke waren auf mich gerichtet, dank meiner „tollen“ weißen Haut, aber das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls saßen wir dann da und haben auf der Bühne die Zeremonie beobachtet. Es war ein Holzgestell eines quadratischen Zeltes aufgebaut, das voll mit Blumen dekoriert war. In diesem „Zeltgestell“ saßen ein etwas überernährter hinduistischer Priester ohne Oberteil, sowie der Bräutigam und dessen Eltern. Dank der lauten Musik haben die Hochzeitsgäste so gut wie gar nichts mitbekommen, was der Priester da erzählt hat. Es wurden ungefähr 100 Rituale durchgeführt, mit Feuer, Wasser, Luft und Erde und Blumen wurden gestreut und Reis wurde gegessen und noch total abgedrehte Sachen durchführt. Übrigens standen auf der Bühne noch mindestens 30 Frauen um diese paar Leute und haben sie bewundert. Und dann kam endlich die Braut. Also für meinen Geschmack war sie so gar nicht hübsch, sie hatte auch ein komisches Kleid an und irgendwas Komisches, Großes und Goldartiges hing ihr aus der Nase. Lange habe ich es in dieser Halle wirklich nicht ausgehalten, denn die Musik ging mir nicht nur auf den Geist, sondern ich hatte ernste Zweifel ob nicht mein Trommelfeld reißen wird. Alles in allem fand ich persönlich die Hochzeit nicht besonders schön, aber nichtsdestotrotz war es mal wieder ein interessanter Einblick in die indische Kultur. Und was ich bezüglich dieses Themas noch unbedingt erzählen muss, ist die Partnerwahl der Inder. Es läuft nämlich folgender Maßen ab. Die „Kinder“ besuchen die Universität und machen ihren Abschluss, nachdem sie dann ihren ersten Job haben und sichere Verhältnisse aufweisen können, machen sich die Eltern auf die Suche nach der geeigneten Frau bzw. dem geeigneten Mann. Das einzige Mitspracherecht haben die „Kinder“ dann nur sofern, dass sie entweder zustimmen, oder ablehnen können. Wobei durch die Modernisierung und Verweltlichung der indischen Gesellschaft ist auch gestattet, dass die „Kinder“ ihre eigenen Partnervorschläge bei den Eltern einreichen können und dann entweder eine Zustimmung oder Ablehnung von Zuhause erhalten. Das bedeutet also, keine Freundin, kein Freund, keine Beziehung, kein Sex vor dem Heiraten. Das Durchschnittsalter beträgt 26 beim Ehegelübte. Für unsere Vorstellungen ist das ziemlich ungewöhnlich. Was meint ihr? Übrigens hat mir meine Gastmutter erzählt, dass sie und ihr Mann eigentlich Cousins sind…

Nachtrag: Was mir noch bezüglich der Geschenke für die Hochzeit eingefallen ist, dass es hier anscheinend üblich scheint, nicht zu schenken, sondern beschenkt zu werden. Wir haben für das Brautpaar nichts mitgenommen, aber als wir die Hochzeit verließen haben wir alle eine Tüte mit einer Kokosnuss und zwei kleinen Tütchen Gewürzen bekommen. 

 

3.9.09 21:48, kommentieren

Videos!

Heute gibt es zwar nicht viel zu lesen, aber dafür umso mehr zu sehen!

Mamallapuram: http://www.myvideo.de/watch/6867732/Mamallapuram

Mitten im indischem Verkehr in einem überfülltem Bus auf dem Weg von Mamallapuram zurück nach Chennai:

http://www.myvideo.de/watch/6867810/Busfahrt_Teil_1

http://www.myvideo.de/watch/6867868/Busfahrt_Teil_2

Die Qualität lässt mal wieder zu wünschen übrig, nichtdestotrotz wünsche ich viel Spaß! 

Und von letzter Woche hier nochmal: Verkehr in Chennai: 

http://www.myvideo.de/watch/6853611/Verkehr_in_Chennai

 

 

 

31.8.09 19:18, kommentieren

Das erste Wochenende ist vorbei!

Am Samstag in der Früh fragte mich Prat was wir machen sollten. Ich nahm meinen Reiseführer um zu schauen, was sich denn zur Besichtigung anbieten würde. Nachdem ich ihm einige Vorschläge gemacht hatte, mit denen er nicht besonders zufrieden schien, beschloss er ganz spontan, dass wir nach Mamallapuram fahren. Das ist ein kleines Dorf an der Küste, ca. 60 km südlich von Chennai entfernt. Um 10:00 schwiegen wir uns auf das Motorrad und fuhren zum Busbahnhof, das wirklich riesig ist und laut der Aussage von Prat sogar die Größte von Asien. Es standen und fuhren wirklich so viele Busse, dass ich nicht mal ein Überblick hatte und dann waren da auch noch hunderte von Menschen. An unserem Bus mit der Nummer 588 trafen wir dann Prat's Freundin und zwei ihrer besten Freunde. (Leider weiß ich mal wieder nicht, wie die alle heißen, aber ich tue mich auch etwas schwer die ganzen exotischen Namen zu merken.) Es war ein total heißer Tag, die Sonne brannte auf uns herunter und wir beschlossen im Bus zu warten. Dort war die Situation auch nicht viel besser. Ich denke, ich habe mindestens zwei Liter Wasser verloren, denn der Schweiß lief mir förmlich vom ganzen Körper runter. Der Busfahrer hatte auch ziemlich lange gebraucht, bis er den Bus abgecheckt hatte. Doch dann startete endlich der Motor und mit ihm ging dann auch die Klimaanlage an und endlich wurde es erträglicher im Bus zu sitzen. Für die 60 km haben wir etwa 2,5 Stunden gebraucht. Aber das war überhaupt kein Problem, da ich in guter Gesellschaft war und wir viel zum Reden hatten. Thema Nr. 1 war natürlich Hitler und der Nationalsozialismus und ich habe sogar erfahren, dass einige Inder Hitler förmlich bewundern. Aber nicht dafür, dass er sechs Millionen Menschen hat vernichten lassen oder für seine Ideologien, sondern dafür, dass er durch seine Überzeugung ganze Nationen überzeugen und hinter sich stellen konnte. So wurde es mir zumindest dargestellt. Auch ich nutze die Situation aus und quetschte die Leute über alles mögliche aus. Zu erst erzählten sie mir über die indische Küche. Jede Region bzw. jeder Bundesstaat hat seine eigene Küche, die sich sehr voneinander unterscheiden. Es sind auch nicht alle Inder Vegetarier. Jedenfalls erzählten sie mir, was ich alles noch kosten muss und wo die besten Restaurants in Chennai zu finden sind. Weiterhin unterhielten wir uns dann natürlich auch über indische Politik bzw. Geschichte und über die  ganzen Konflikte die Indien hat. Ich erfuhr vieles über den Kaschmir-Konflikt mit Pakistan, Konflikte mir Sri Lanka, dem ehemaligen Ceylon, wo die Briten einfach Inder, vor allem aus Tamil Nadu umsiedelten und diese von der Bevölkerung Sri Lankas bis heute diskriminiert werden oder aber auch über die Konflikte mit China über Tibet.

 

Ein wirklich interessantes Thema war die Religion in Indien. Ich habe vieles über den Hinduismus erfahren. 80% der Inder sind Hindus, weitere 13% sind Moslems und die restlichen 7% verteilen sich auf Christentum, Buddhismus und sonstige Glaubensrichtungen. Die Hindus haben unendlich viele Götter, es gibt wirklich für alles einen Gott. Doch die drei Wichtigsten sind Shiva, Vishnu und Brahama. Shiva ist ein Mann und die Gottheit für Zerstörung und Vernichtung, meistens wird er mit vier Armen und drei Augen dargestellt und die Geschichte besagt, dass wenn Shiva sein drittes Auge öffnet, dann wird die Welt untergehen und alles vernichtet. Andere wiederum sagen, dass das dritte Auge nur ein Auge ist, das jeder Mensch besitzt und es schaut nach innen, die Selbsterkenntnis quasi. Shiva ist mit Parvati verheiratet, aber sie haben leider keine Kinder gehabt, obwohl Parvati sich immer so sehr eines gewünscht hatte. Aber sie haben ein Kind adoptiert, ein ganz normales und durchschnittliches Kind. Parvati verbietet diesem Kind in die Nähe von Shiva zu gehen, wenn dieser meditiert. Doch eines Tages passiert dies und versehentlich schneidet Shiva dem Kind sein Kopf ab. Parvati ist dann richtig traurig und hat einen großen Streit mit Shiva, der beschließt und sagt zu Parvati, dass die erste Kreatur, welches sein Weg kreuzt seinen Kopf für das Kind geben muss. Als Shiva dann in den Garten hinausgeht läuft ein kleiner Elefant über seinen Weg. Shiva schneidet ihm den Kopf ab und setzt ihn auf den Körper des Kindes und so wird Ganesha, die Gottheit für Arbeit und Erfolg, geboren.

In Mamallapuram angekommen sind wir dann zu den Tempeln gelaufen, die wir eigentlich besichtigen wollten. Es sind zwei Tempel, die erste ist aus einem Stein gemeißelt worden (Bild) und zu ehren von Shiva errichtet worden. Der zweite Tempel ist eher eine Burganlage von einem ehemaligen König Tamil Nadus, der viel größer ist und aus mehrere Anlagen besteht. Es ist wirklich ein tolles Ort, denn es sind Einrichtungen, die ich vorher so noch nie gesehen habe. Was dann auch total lustig war, dass die Inder sich richtig gut mir Marketing und Preisdifferenzierung auskennen. Für die Besichtigung der Tempel müssen Inder 10 Rs. bezahlen und alles anderen 250 Rs. Und auch wenn 250 Rs. nur ca. 4,20€ sind, ist es krass das 25fache zu bezahlen wie Einheimische. Zum Glück muss ich hier kein Taxi oder Rikscha fahren!

 

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Auf dem Rückweg hatten wir dann mit der Buswahl eher weniger Glück und mussten mit einem richtigen indischen Bus wieder zurück nach Chennai fahren. Ohne Klimaanlage, nur offene Fenster, total voll gestopft und noch langsamer als der andere. Für die Rückfahrt haben wir somit an die 3 Stunden gebracht, aber es war mal wieder eine total neue Erfahrung.

 

Als wir fast wieder in Chennai ankamen, sah ich auf der Straße eine Gruppe von Menschen, die gesungen haben und rumgehüpft sind und getanzt haben. Erst habe ich mir dabei gar nichts gedacht, doch dann hat mir einer gesagt, dass da jemand gestorben ist! Erst dachte ich, ich höre nicht richtig dann dachte ich, ich habe mal wieder das indische englisch nicht verstanden, doch als ich nachfragte erklärte man mir, dass dies ganz normal sei. Ich mein wir in Europa oder wo auch immer auf der Welt sind traurig und weinen wenn jemand von uns geht; und die Inder, die tanzen? Letztendlich hat sich dann herausgestellt, dass das nicht die direkten Familienangehören machen, sondern die Nachbarn und Bekannte. So verabschieden sie die Seele aus dieser Welt und vertreiben gleichzeitig die Trauer. Übrigens ist es in Indien auch unüblich Tote zu begraben, sie werden eingeäschert.

 

Erschöpft und total fertig von der langen Reise und der großen Hitze kamen wir dann endlich zuhause an. Meine Gastmutter ist am Freitag übrigens mit unserem Nachbarn zu seiner Schwester irgendwo in den Sünden von Tamil Nadu gefahren um sie zu besuchen. Ich habe mich schon die ganze Zeit gefragt, was wir wohl essen werden, denn weder Prathyush noch sein Vater können kochen. Ihr müsst nicht lange raten war wir gemacht haben. Wir sind natürlich essen gegangen und die Nachbarin, die zuhause geblieben ist haben wir dann gleich mitgenommen. Wir waren in einem kleinen Restaurant neben dem Highway und es gab dort total leckeres Essen. Ich glaube inzwischen muss ich mich nicht mehr wiederholen, dass es sich dabei um vegetarisches Essen gehandelt hat. Auch mit den Namen von den Gerichten habe ich es noch nicht wirklich raus. Es gab verschiedenes, Tomatensuppe, Weißkohl mit irgendwelchen Gewürzen und Chili, dann natürlich Dosa, Reis mit Cashewnüssen und Curry. Alles hat super geschmeckt; glücklich und zufrieden fiel ich dann zuhause gleich ins Bett und schlief sofort ein.

 

Der Sonntag begann schon früh. Prat hatte mich um 8 Uhr schon aus den Federn gehauen, da für den Tag ein Meeting und Fortbildung für iDrive geplant war. Um 10 Uhr sollten dann die anderen Teilnehmer eintreffen und so pünktlich wie die Inder sind waren die letzten dann um 11:45 da und mit einer kleinen Verspätung von nur zwei Stunden ging der Tag dann richtig los. Es war ein total interessanter Workshop mit Themen wie Selbstdisziplin und Arbeitsorganisation und wir haben sogar zwei neue Mitglieder in iDrive aufgenommen, wo ich die Interviews führen durfte mit den Fragen, die ich diese Woche entwickelt habe. Was aber total aufgefallen ist, dass man ein Interview gar nicht so wirklich planen kann, denn viele Fragen entstehen dann erst im Laufe des Interviews einfach aus den Antworten der Befragten.

 

Gegen Abend habe ich dann erstmal mit meinem Bruder über skype gechattet, dann mit der Angie ein Videotelefonat geführt und zu guter Letzt noch mit meiner Mom telefoniert. Aus den Gesprächen habe ich dann viel neue Kraft für die kommenden Tage geschöpft; es war gut wieder die Stimme und Neuigkeiten von den Leuten von zuhause zu hören.

 

Heute Abend waren wir in einem der teuersten Restaurants essen. Zum Essen gab es eigentlich das gleiche wie am Samstagabend, nichtsdestotrotz hat es gut geschmeckt. Aber dafür, dass das ein teures Restaurant ist war die Ausstattung nicht besonders repräsentativ. Wir haben von Plastiktellern gegessen, die mit einem Bananenblatt ausgelegt war. Als Vorspeise hatten wir erneut Tomatensuppe, wobei die Hälfte wohl in der Küche daneben gegangen ist, denn die Suppe war irgendwie überall, nur nicht in der Schale. Was auch total normal ist, dass die Kellner die Teller nicht sofort in die Küche zurücktragen, sondern laufen mit Plastikschüsseln rum, sammeln dort das Geschirr und erst wenn diese voll sind tragen sie sie in die Küche wieder zurück. Apropos teures Restaurant, ihr seid bestimmt neugierig was das hier bedeutet. Also wir waren fünf Leute, hatten Vorspeise, Hauptgericht und Getränke und haben insgesamt 900 Rs. gezahlt. Das entspricht 15€, sprich 3,75€ pro Person. Okay, jetzt denken wir uns alle, hmm also soo teuer ist das jetzt auch nicht. Klar, für uns Europäer ist das natürlich was ganz anderes. Man muss es ja auch immer zu den Löhnen von den Leuten hier messen, die im Allgemeinen nicht so hoch sind. Ich weiß nur vom Prathyush Vater, der Universitätsabschluss im Ingenieurwesen hat und für eine ziemlich große Firma arbeitet und er verdient im Schnitt ca. 60.000 Rs. das in etwa 1000€ entsprechen. Und das ist schon ziemlich gut hier.

 

Übrigens war das heute mein siebter Tag, d.h. die erste Woche wäre geschafft und sieben bestehen noch vor mir, aber wenn alle Wochen so laufen wie diese eine, dann werde ich eine ziemlich gute Zeit hier in Indien haben!

 

30.8.09 22:07, kommentieren

Ein erlebnisreicher Tag...

Tag 5 ist auch vergangen, aber es war ein echt aufregender Tag. In der Früh nach dem Frühstück durfte ich mir einen Anschiss von meiner Gastmutter abholen, da ich wagte mit Hausschuhen die Küche zu betreten! Hier im Haus laufen alle barfuß rum, egal ob das die Hausbewohner, Nachbarn oder andere Gäste sind. Eigentlich würde ich das auch machen, aber da der Boden nicht besonders appetitlich ausschaut, bevorzuge ich es mit meinen Flipflops durch die Gegend zu rasen. Allenfalls wird es in Indien gar nicht gut gesehen, wenn jemand nicht barfuß die Küche betritt. Aber da mir das vorher leider niemand mitgeteilt hatte, konnte ich mir das ja nicht aus dem kleinen Finger saugen. Jedenfalls bin ich wieder um eine Erfahrung reicher!

 

Während des Tages habe ich an einem Interviewbogen gearbeitet, das von iDrive für die Aufnahme von neuen Mitgliedern verwendet werden soll. Es ist gar nicht so einfach solch einen Bogen zu erarbeiten, vor allem dann, wenn man auf bestimmte Eigenschaften des Bewerbers durch die Fragen Rückschluss erhalten will. Danach habe ich mich im Internet auf verschiedenen Webseites eingelesen, wie man ein Logo für ein Unternehmen bzw. eine Organisation entwirft. Jede Firma oder jedes NGO auf dieser Welt hat ein nahezu unverwechselbares Zeichen, denken wir nur an die Kerze mit dem Maschendraht von Amnesty International oder an den angebissenem Apfel von Apple. Diese Aufgabe wird sich auch als eine eher schwierigere erweisen, da jeder der Gründungsmitglieder eine andere Vorstellung hat, wie es konzipiert werden soll. Ich hoffe aber, dass wir uns bald einigen können, denn iDrive muss unbedingt mehr Publicity aufbauen und weiter am Corporate Image feilen. Gestern konnte iDrive übrigens seinen ersten kleinen Erfolg verbuchen, zumindest was ich bisher mitbekommen habe. In einem der lokalen Zeitungen, ich glaube es war die Chennai Times, wurde ein Artikel über das letzte Event mit den Waisenkindern veröffentlicht. Es war zwar ein kurzer Artikel, aber es war auch ein Foto dabei und die Zeitung hat immerhin mehrere Millionen Leser täglich. Am Abend hatte ich noch ein dreistündiges Meeting mit Prathyush, Jai und Pradeep, wo wir vor allem über Fundraising eine ziemlich ausführliche Diskussion führten.

 

Und der Knaller kam erst am Abend. Denn ich war mit den dreien und Prat's Vater im Kino! Aber Moment, jetzt denkt ihr, Kino, ja... ja... was ist schon daran besonders...?! Aber vergisst nicht, ich bin in Indien!!! Und hier ist Kino nicht gleich Kino wie wir das kennen! Hier ins Kino zu gehen ist so, wie wenn man in München auf ein Fußballspiel in der Allianz Arena geht. Die Leute jubeln, schreien, lachen total laut, klatschen usw. und das alles während des Films versteht sich! Natürlich haben wir einen indischen Film angeschaut, "Quick Gun Murugan" ist der Titel. Der Film hatte alles Action, Spannung, Romanze, Gesang, Getanze, Mord... Es ging um einen Cowboy, der Vegetarier ist (nebenbei bemerkt ziemlich lächerlich angezogen ist) und dann ist da noch die Dosa-Maffia (Dosa ist eine klassische Beilage der südindischen Küche. Bei Dosa handelt es sich um eine Art dünnen, knusprigen Pfannkuchen, der aus Linsenmehl und Reismehl auf einer runden gusseisernen Platte zubereitet wird), jedenfalls will dann die Dosa-Maffia Dosa nicht mehr mit Gemüse sondern mit Fleisch anbieten! Das geht natürlich nicht, denn hier in Tamil Nadu sind alle Vegetarier... Prat hat gemeint, dass dieser Film so ähnlich ist wie Scary Movie; da muss ich mich auch nicht wundern, wenn mir einige Szenen aus James Bond und Matrix bekannt vorkamen. Das Kinoticket hat übrigens 75 Rupies gekostet, das sind etwa 1,20€.

Nebenbei bemerkt hat Indien die größte Filmindustrie der Welt. Jährlich werden schätzungsweise 900 Filme produziert und das nicht nur in Bollywood. 

 

Es war ein interessanter Tag und ich habe wieder eine Menge über die Inder dazugelernt.

 

 

1 Kommentar 28.8.09 22:35, kommentieren

Tag 4 von 55  ist nun auch vorbei und wenn ich so überlege, dann vergeht die Zeit hier auch ziemlich schnell. Um euch mal zu demonstrieren, wie es auf Chennai's Straßen zugeht habe ich ein Video gemacht und es online gestellt. Leider ist die Qualität nicht besonders gut und meine Kameramann-Fähigkeiten lassen auch zu wünschen übrig. Das ist der Link: http://www.myvideo.de/watch/6853611/Verkehr_in_Chennai

Heute als wir wieder einmal in der Stadt unterwegs waren, dachte ich, ich traue meinen Augen nicht. In einem Landrover ähnlichen Fahrzeug, das an sich für fünf Personen konzipiert wurde, saßen tatsächlich sechs Erwachsene und mindestens sieben Kinder! Fragt mich nicht wie das geht, aber es ist tatsächlich möglich! Leider hatte ich nicht die Möglichkeit davon ein Foto zu machen, da wir uns gerade mitten im Verkehr befanden.

Inzwischen konnte ich mir einige weitere Eindrücke verschaffen, die aber eher eigentlich ziemlich traurig sind. Viele Menschen hier, natürlich in erster Linie die Armen haben nicht einmal Schuhe an. Sie laufen barfuß auf den verdreckten Straßen rum, schlafen Nachts irgendwo am Straßenrand mitten im Müll und betteln bei den Auto- und Motorradfahrern, wenn die Ampeln auf rot stehen. Aber es gibt auch viele Kinder, die weder Schuhe, noch saubere Kleidung anhaben.

Es ist interessant wenn man nicht nur die Augen offen hält, sondern auch mit der Nase durch die Stadt geht, denn egal wo man sich gerade befindet es riecht überall total anders. Es gibt Straßen, da droht man zu ersticken von dem ganzen Müllgestank, aber es gibt auch Orte wo es total gut nach Seife duftet, oder nach den Blumen, die die Frauen in den Haaren tragen. Dabei handelt es sich oft um die Blüten der Jasminpflanze, die auf ein Stück Garn gezogen werden und dann als Haarschmuck über den Zopf gehängt werden. Meine Gastmutter trägt auch sowas und sie erzählte mir, dass die Frauen diesen Blütenschmuck vor allem als Parfümersatz verwenden. Ich muss immerzu an Tee denken, wenn die Düfte mir in die Nase steigen.

Das Wetter ist unbeständig, es ist heiß und die Luftfeuchtigkeit sehr hoch. Die Tagestemperatur liegt bei ungefähr 36°C und die Luftfeuchtigkeit nicht selten unter 75%. Aber ich habe mich so langsam akklimatisiert. Der Himmel ist meist bedeckt und ich bin immer nur froh darüber, dass dann die Sonne nicht scheint, sie brennt nämlich total unangenehm auf der Haut. Heute musste ich mir eine andere Sonnencreme mit LSF 60 (!) besorgen, denn die ich aus Deutschland mitbrachte bot nicht genug Schutz. Diese Wetterbedingungen bieten natürlich Mücken einen idealen Brutplatz und glücklicherweise habe ich seit gestern endlich ein Moskitonetz über meinem Bett hängen. Meine Füße tun total weh, vom vielen Kratzen;  ich habe heute gezählt in den ersten beiden Nächten stachen mich 14 Mücken am rechten und 16 am linken Fuß. Und ich betone nochmal, dass das nur auf meine Füße zutrifft!!! Ich fange erst gar nicht an die Stiche an den anderen Körperteilen zu zählen; zum Glück jucken diese aber nicht.

 

1 Kommentar 27.8.09 21:13, kommentieren